ROTORSYS  ein "LOWCOST AUTOTRACKING" fuer SAT und EME-Antennen.
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Eisenstecken Raimund  Kastanienweg 10  39040 VAHRN Italien


Kurzbeschreibung:
Dieses Programm ist in der Lage bewegliche Ziele zu berechnen und
zu verfolgen. Das Besondere dabei ist, dass zum Lesen der Azimut und
Elevationswinkel die mechanischen Teile einer "Maus" verwendet werden.
Die Steuerung uebernimmt die Druckerschnittstelle, als Interface sind
lediglich einige Bauteile notwendig. Das heisst: Um den Preis einer
Computermaus, zwei IC und 4 Relais kann ein rechnergesteuertes 
Verfolgungssystem realisiert werden.

System:
Die Software ist in Turbo Pascal geschrieben und auf IBM PC mit EGA oder
VGA Bildschirm lauffaehig. Vor dem Programmaufruf muss der Maustreiber
geladen werden.  

Uebersicht:
Gestartet wird mit ROTORSYS fuer die deutsche Version, die Englische kann 
mit dem Parameter /E aufgerufen werden. /H Zeigt einen kurzen Hilfetext.
Der Parameter /BW ist bei Verwendung eines monochromen Monitor anzuhaengen.
Der Bildschirm praesentiert sich in zwei Felder. Das aeussere Feld 
zeigt die effektiven Rotorpositionen. ( Istsituation ) Das innere Feld zeigt
die Berechnungsgrundlagen und die Sollpositionen. (Abbildung 1)

Menueleiste:
F1 = Startet oder beendet die automatische Verfolgung.
F2 = Zielobjekt auswaehlen mit Bild auf / Bild ab.
F3 = Verfolgungsinterval auswaehlen 1 bis 15 Minuten mit Bild auf / ab.
F4 = Offset-Winkel Azimut -9.9 bis +9.9 Grad waehlbar mit Bild auf / ab.
F5 = Offset-Winkel Elevation -9.9 bis +9.9 Grad waehlbar mit Bild auf / ab.
Ist die Verfolgungsautomatik nicht aktiviert, koennen die Rotoren per  
Kursortasten bewegt werden.

Funktion:
Nach dem Programmaufruf meldet der Rechner, dass die Referenzpunkte
manuell gesucht werden muessen, erst dann ist das System kalibriert.
Es ist zweckmaessig die Referenzpunkte in der Naehe der Antennen-
parkposition zu legen, damit diese schnell gefunden werden. Der Referenzpunkt
wird hinter der Gradanzeige als Doppelpfeil dargestellt. Als Referenzpunkte
dienen die 2 Maustasten. Links fuer Azimut und rechts fuer die Elevation.
Nachdem das Verfolgungsobjekt und der Verfolgungsinterval ausgewaehlt wurde,
kann die Verfolgung mit F1 aktiviert werden. Ein eventueller Offset-Winkel
kann mit F4 = Azimut oder F5 = Elevation  angewaehlt werden.
Ist der errechnete Elevationswinkel negativ, so werden die Rotoren nicht  
nachgesteuert. Die Verfolgung kann jederzeit mit F1 wieder abgebrochen 
werden. Ein Programmausstieg kann mit ESC erreicht werden.

Parameter:
Um die Software universell zu halten, koennen verschiedene Parameter ueber
eine Konfigurationsdatei definiert werden. (ROTORSYS.CFI)
Es ist zu beachten, dass die Bezeichner Schluesselwoerter sind, werden 
diese veraendert so kann der nachstehende numerische Wert nicht richtig
oder ueberhaupt nicht interpretiert werden.
MYCALL = Eigenes Rufzeichen
MY-LOC = Eigener LOCATOR (die geografische Position kann auch mit MY-LAT und
         MY-LON eingegeben werden. ( zB. MY-LAT +46.729  MY-LON -11.625 ))
LPT-NR = Verwendete Druckerschnittstelle LPT 1 oder 2.           (default 1)
AZ-REF = AZ-Winkel an welchen der Referenzsensor aktiv ist. 
         (Linke Maustaste)                                       (default 180)
AZ-P/G = Impulszahl Azimut die per 360 Grad gelesen werden.      (default 360)
EZ-REF = EL-Winkel an welchen der Referenzsensor aktiv ist. 
         (Rechte Maustaste)                                      (default 0)
EL-P/G = Impulszahl Elevation die per 360 Grad gelesen werden.   (defauld 360)
MY-QTR = Zeitdifferenz UTC - Lokalzeit. (zB. GMT = MY-QTR -1)    (default 0)
AZ-ERR = Einstelltolerantz fuer die Verfolgung Azimut, haengt vom Spiel im 
         Getriebe und von der Geschwindigkeit der Drehung ab.    (defauld 0.5) 
EL-ERR = Einstelltolerantz fuer die Verfolgung Elevation, haengt vom Spiel im
         Getriebe und von der Geschwindigkeit der Drehung ab.    (defauld 0.5)
         
Steuerung:
Die Rotoren werden ueber die Druckerschnittstelle gesteuert.
Pin 2 (H-Pegel) = AZ-Rotor dreht im Uhrzeigersinn.
Pin 3 (H-Pegel) = AZ-Rotor dreht im Gegenuhrzeigersinn.
Pin 4 (H-Pegel) = EL-Rotor dreht nach oben.
Pin 5 (H-Pegel) = EL-Rotor dreht nach unten.
Pin 6 (H-Pegel) = AZ-Rotor dreht schnell.   ( Delta > 10 Grad )
Pin 7 (H-Pegel) = EL-Rotor dreht schnell.   ( Delta > 10 Grad )
Pin 25 = 0V.
Zeichnung 1 zeigt eine Schaltung.

Keplerelemente:
ROTORSYS kann bis zu 50 Objektdateien (.DAT) verwalten. Sie koennen mit
einen Texteditor (zB. EDIT von DOS) erstellt werden. Eingeleitet werden
die Elemente mit  der 1.Zeile "OBJEKT: SAT,". Zu beachten ist 
auch hier, dass die Bezeichner (zB. EP-DAY) Schluesselwoerter sind.
Der numerische Wert muss mit einem Komma enden.
Bei Radiosternen muss in der 1.Zeile "OBJEKT: STERN," stehen, gefolgt 
von Rektaszension und Deklination. 
Fixpunkte wie TV-SAT Astra oder Meteorsat koennen mit dem jeweiligen Azimut und Elevationswinkel nach dem Schluesselword "OBJEKT: F_P," abgelegt werden.

Anpassung der Mausencoder:
Diese Arbeit erfordert etwas Fingerspitzengefuehl, da es verschiedene  
Encodermechaniken gibt. Besonders geeignet sind solche, bei denen die 2
Encoder gesondert aufgebaut sind. Prinzipiell muessen diese von der 
Mausleiterplatte abgetrennt und am Rotor an die Motorachse angebracht werden. 
Dasselbe gilt auch fuer die zwei Referenzsensoren. 
Dieses Problem muss natuerlich individuell geloest werden. Auch fehlt derzeit 
noch die notwendige Erfahrung um dafuer ein Patentrezept zu verschreiben.  
Die Tests wurden mit einer Geniusmaus durchgefuehrt, in der Encoderraeder
mit 45 Schlitze montiert sind. Mit diesen Raedchen wird eine Aufloesung 
von 2 Grad erreicht. ( 360/(45*4)= 2 )  (Foto 1) Die Mauselektronik wertet 
die von den Optokoppler kommenden Signale aus, und kann auch ein Viertel 
einer Periode erkennen da die Optokoppler um 90 Grad zueinander versetzt 
angebracht sind. 
Getestet wurde auch ein professioneller Encoder (1250 Impulse / 360 Grad), 
welcher an die Mauselektronik gekoppelt wurde. (Aufloesung = 0.072 Grad)
Dies ist natuerlich die beste Loesung, aber auch dementsprechend teurer.
Zu beachten ist dass bei steigender Impulszahl die Rotorgeschwindigkeit
reduziert werden muss.

Schlussbemerkung:
Mit diesem Programm hat der Autor versucht eine billige Loesung fuer das
Problem "Autotracking" zu finden. Natuerlich kann dieses System noch 
verbessert werden. Dies sollte ein Anreiz sein das vielleicht 
vorhandene analoge System durch ein rechnergesteuertes zu ersetzen.
Hinweise auf vorhandene Fehler oder Anregungen sind willkommen.

Danksagung:
Dank gebuehrt Walter IW3AZJ, fuer die Bereitstellung einiger "Maeuse".

Literatur:
NOISE MEASUREMENTS OF COSMIC OBJECTS  (DUBUS TECHNIK 2  Jan Bruinier DL9KR)
RADIOASTRONOMISCHE METHODEN (Antennen Band 3: Messtechnik  Edmund Stirner) 
LOCATING THE MOON (THE RADIO AMATEUR'S  HANDBOOK 1982)
EPEMERIDEN - PROGRAMM MOND (CQDL 1/86  Manfred Belter)
MINI CALC (AMSAT JORNAL 5/6/85  Dr. Karl Meinzer DJ4CZ)

Stand 10.08.95

